Marc Gebauer – Orange Flamingo. Lohnt sich der Kauf?

Ein orangener Flamingo? Auch wenn der Rosaflamingo der bekannteste Vertreter seiner Familie ist, so ist dessen Farbe auch nur auf seine tägliche Kost zurückzuführen. Es könnte also durchaus vorkommen, dass wir in der Natur einen Flamingo mit orangenen Federn zu Gesicht bekommen. Doch jetzt geht es nicht um Federvieh, sondern um den neuesten Duft von Marc Gebauer, dem Uhrenverkäufer der Stars: Orange Flamingo.


Während ich bereits vor einigen Wochen bei Marc selbst in den Genuss einer ersten Probe kam, habe ich nun seit kurzem auch das finale Parfum bei mir und verrate euch nun meinen Ersteindruck davon.

Das Konzept von Orange Flamingo

Den Anfang machen wir mit den knallharten Fakten: So basiert der Duft auf einer Idee von Marc Gebauer, der seine Vorstellungen an Herbert Stricker (Roberto Ugolini) und den spanischen Meister-Parfümeur Chris Maurice (Xerjoff Erba Pura) weiterreichte.

Auch diesmal liegt der Duftölanteil bei sage und schreibe 40 Prozent, wofür nur die qualitativ hochwertigsten Rohstoffe verwendet wurden. Dabei ist der Name Programm und so zeigt sich Orange Flamingo komplett anders als Marcs erste Kreation Air Tiger.


Duft-DNA

Nach dem ersten Aufsprühen kommt ein frischer und fruchtiger Anfang mit der namensgebenden Orange, sowie Orangenblüten und einer leichten zitrischen Note zur Geltung. Im weiteren Verlauf folgt dann ein Quäntchen pudrige Rose, blumig-grüne Maiglöckchen sowie ein Hauch von Gewürznelke.

Am stärksten kommt für mich jedoch in der Herznote Jasmin zum Tragen und erinnert mich dabei an grünen Tee, der mit Jasmin aromatisiert wurde. Auch leichte Nuancen von Zedernholz finden sich, welche im Drydown mit Moschus in fein-holzige, krautige und grüne Noten aufgehen, was nur bei sehr wenigen frischen Düften der Fall ist. 


Am ehesten würde ich es mit einem klassischen Cologne, einem Barbershop- beziehungsweise einem Altherren-Duft vergleichen, was auch Marcs Inspiration für diesen Duft war. Dies liegt daran, dass sein Vater ebenfalls solche Düfte benutzte und er sich somit ein Stück Kindheitserinnerung zurückholte. 

Aufmachung: Flakon, Verpackung und Sprühkopf

Während man beim Inhalt auf Komplexität setzt, gestaltet sich die Verpackung des Duftes komplett konträr. Ein schlicht und minimalistisch gehaltener Flakon mit lichtundurchlässiger Folie, die passend zum Duft orange ist. Wie bereits bei seinem ersten Duft kommt auch hier wieder der gleiche und dosier-freundliche Sprühkopf zum Einsatz. Allerdings auch die gleiche Kappe, die, angelehnt an die Uhrenkrone des Traditionshaus Rolex, mir aber leider einfach optisch nicht zusagt.


Ist Orange Flamingo genauso polarisierend wie Air Tiger?

Nein, auf gar keinen Fall! Die DNA ist eine komplett andere und zeigt sich viel tragbarer, sodass man Orange Flamingo auch bedenkenlos im Büro beziehungsweise zu jeder anderen Situation tragen kann.

Der Duft ist für mich ein fantastischer Sommerduft, eine komplexe, fein abgestimmte und hochwertige Komposition, die dank des hohen Duftölanteils auch eine überdurchschnittlich lange Haltbarkeit und Sillage hat. Allerdings, wenn man von Jasmin oder  blumigen Düften generell abgeneigt ist, sollte man lieber die Finger davon lassen.

Normalerweise würde ich nun jedem Interessierten raten, hinaus in die nächste Parfümerie zu gehen und selbst einmal den Duft auszuprobieren. Allerdings sind Proben nur über Dritte zu bekommen, sodass wohl der einfachste Weg ist, bei Marc Gebauer (www.marcgebauer.com) etwas zu bestellen.

Es muss dabei nicht gleich eine Richard Mille oder eine goldene Rolex sein, um an eine Duftkarte von Orange Flamingo oder von Air Tiger zu gelangen.